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Jahresausblick von Michael Lorenz, erschienen im Pinneberger Tageblatt vom 17.01.2012
 
Michael Lorenz (CDU): „Das City-Konzept ist nicht tot!“                     



Bürgermeisterin Kristin Alheit (SPD) hat den Auftrag, über einen Ankauf der Eggerstedt-Kaserne zu verhandeln. Uns interessiert ihre Vision: Wie sieht es in Eggerstedt im Jahr 2020 aus?

Michael Lorenz (CDU): Nicht laut jüngster „Vision“: Tausende Arbeitsplätze, 800 Millionen Euro Investitionen, Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe; das sind unseriöse Tagträume, fern jeder Realität. Entstehen soll eine Mischung aus teilweise hochwertiger Wohnbebauung, innovativem Gewerbe, Freizeit, Wellness, Bildung, auch Sportstätten, soweit von privaten Trägern betrieben. Verhandlungen mit dem Bund sind von Beginn an mit externer Beratung zu führen. Finanzielle Risiken für die Stadt (Kaufpreis zirka 3,5 Millionen Euro) müssen durch die Beteiligung solider, durch überzeugende Referenzen ausgewiesener Investoren ausgeschlossen werden. Innerhalb von sieben bis acht Jahren kann das Vorhaben realisiert werden.

Die Stadtverwaltung weist immer wieder auf einen Mangel an Gewerbegrundstücken hin. Flächenbevorratung betreibt Pinneberg dennoch nicht. Wie wollen Sie so potente Gewerbesteuerzahler in der Stadt ansiedeln?

Durch aktives Flächenmanagement (enge Zusammenarbeit Liegenschaften – Wirtschaftsförderung), durch intensive Beteiligung bei Entwicklung von Gewerbeflächen auf dem Kasernengelände und der Innenstadt, durch konstante Bestandspflege ansässiger Firmen, damit deren Bedarf ermittelt und gedeckt werden kann, durch realistische Vorschläge zum Erwerb und zur Erschließung von Gewerbeflächen - an denen es mangelt. Banswiesen, Datumer Heide sind Tabuzonen; Müssentwiete und Ratsberg an den Bau Westumgehung gebunden. Deshalb: kein großflächiger Flächenerwerb auf Vorrat ohne konkrete Bedarfsermittlung.

Der große Wurf für die Innenstadt ist 2011 nicht gelungen. Das City-Konzept ist tot. Glauben Sie, dass sich 2012 - abgesehen vom Neubau eines Edeka-Markts an der Friedrich-Ebert-Straße - etwas bewegen lässt? Und, wenn ja - warum?

Unsere Fraktion hat sich wegen der Risiken (unkalkulierbare Kosten, Zeitaufwand, unsichere Verhältnisse im Überschwemmungsgebiet) für die kleine Lösung entschieden; das City-Konzept ist nicht tot. Die zügige Bebauung des ehemaligen Sparkassengeländes mit einem SB-Markt ist Impulsgeber für Aktivitäten südlich der Friedrich-Ebert-Straße. Dies schafft die Voraussetzungen für die Umgestaltung von Lindenplatz und Fahltskamp; hier setzen wir vor allem auf die Aktionen lokaler Akteure. Gelöst werden muss die bessere Anbindung der Unteren Dingstätte. Stadtmarketing und Citymanagement sind notwendige organisatorische Ergänzungen des neuen Konzeptes.

Die Idee einer Bebauung des Rehmenfelds ist zunächst vom Tisch. Wann wird ihre Fraktion sich wieder mit der Frage einer Entwicklung der Flächen zwischen Fahlt und Thesdorf befassen?

Wir haben die Planung für das Rehmenfeld zurückgestellt, da für uns Innenstadtentwicklung, Bebauung Kasernengelände und die Westumgehung höhere Priorität haben. Dieser Teil Pinnebergs ist sowohl für Wohnen wie für Gewerbeansiedlung geeignet und wir nehmen ihn noch in dieser Dekade wieder auf. Auch deshalb, weil es, ungeachtet des demografischen Wandels, weiterhin eine große Nachfrage an Wohnungen für junge Familien gibt. Wir sollten darüber froh sein, dass unsere Stadt für diesen Personenkreis so attraktiv ist und nicht der Haltung nachgeben „das Boot ist voll“.

Seit Jahren schmoren Pläne für einen Umbau des Bahnhofs in der Schublade. Wie stehen Sie zu dem Projekt? Gibt es 2012 – trotz schwieriger Finanzlage der Stadt – einen Durchbruch?

Die Neugestaltung des Bahnhofs ist im September 2010 grundsätzlich beschlossen worden. Als Ort, der täglich von Tausenden genutzt wird, sollte er hinsichtlich seiner funktionalen und optischen Gestaltung und seiner Serviceleistung unbedingt verbessert werden. Die Ausführungsplanung ist fertig gestellt, die Beantragung von Fördermitteln vorbereitet. Trotz bekannt kritischer Haushaltssituation sind wir bereit, den städtischen Anteil (25 Prozent der förderfähigen Kosten eines Gesamtumfangs von zirka vier Millionen Euro) bereit zu stellen.

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