Bürgermeisterwahl - Urte Steinberg ist Kandidatin von SPD und CDU

Sie ist der gemeinsame Nenner
Urte Steinberg (53) geht für die CDU und SPD in das Rennen um den Bürgermeistertitel / Gegenkandidat der SPD: Karsten Rahlfs
 

 
Pinneberg
 

Sonntag, 11 Uhr, Ortstermin vor dem Pinneberger Rathaus: Nach Wochen der Spekulationen lassen CDU und SPD endlich die Katze aus dem Sack. Urte Steinberg kandidiert als Bürgermeisterin von Pinneberg – mit der Unterstützung der beiden großen Parteien. Jedenfalls, wenn es nach den Vorständen von CDU und SPD geht, die am Sonnabend entschieden haben. Sie empfehlen Steinberg als gemeinsame Kandidatin auf ihren jeweiligen Mitgliederversammlungen. Die Mitglieder haben dann das letzte Wort.
Mut, Entschlossenheit und Herzblut

„Ich habe ein großes Netzwerk an Kontakten, das ich für die Stadt nutzen möchte. Ich wünsche mir einen gemeinsamen Spirit für Pinneberg. Jeder soll stolz sein auf seine Stadt“, so Steinberg. Sie sei überrascht gewesen, als man sie angesprochen habe. Eine schlaflose Nacht habe sie die Entscheidung gekostet, dann sei alles klar gewesen: „Es ist ein schwieriger Job, aber ich gehe mit Mut, Entschlossenheit und Herzblut an die Sache ran.“ Sie stehe für Wirtschaftsförderung und Lebensqualität. Steinberg betont, mit ihren Kenntnissen in den Bereichen Finanzen, Verwaltung, Imagepflege und Kommunikation bringe sie die Voraussetzungen mit, um Bürgermeisterin zu werden.

Dessen sind sich auch CDU-Chefin Natalina Boenigk und SPD-Chef Herbert Hoffmann sicher. „Wir haben jemanden gesucht, der Erfahrung, Kompetenz, Stärke und Motivation mitbringt. Wir sind überzeugt, dass Urte Steinberg die richtige Entscheidung ist“, so Boengik. Sie und Hoffmann sind sich sicher, dass eine gemeinsame Kandidatin eine große Signalwirkung habe. „Wir zeigen, dass wir gemeinsam die Interessen von Pinneberg vertreten wollen.“ Für Steinberg genau das richtige Zeichen: „Ich freue mich über den Schulterschluss. Ich will für Pinneberg in den Wahlkampf gehen.“

„Wenn die Mitglieder entsprechend entscheiden, werden wir Seite an Seite in den Wahlkampf ziehen“, sagt Hoffmann. Die CDU berät am Freitag, 24. August, die SPD am Montag, 27. August. Auf der Versammlung der SPD ist Steinberg ein Konkurrent schon sicher: Karsten Rahlfs will auch ohne die Unterstützung des Vorstandes für seine Partei antreten. Er sitzt im Finanz- und im Schulausschuss. Der Diplom-Volkswirt und Bankangestellte wurde 1960 in Kiel geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.
Steinberg ist trotz Konkurrenz zuversichtlich: „Wenn CDU und SPD für mich stimmen, wäre das das Zeichen schlechthin. Aber ich würde auch nur für eine der Parteien kandidieren.“ Sie werde auch auf die anderen Parteien zugehen. „Vielleicht kann ich da noch was bewegen“, so Steinberg. Schließlich ist sie Pinnebergerin – „durch und durch“.
 
 
 
 
Mirjam Rüscher
 
Kommentar:
 
Gute Wahl!
SPD und CDU wollen gemeinsame Kandidatin aufstellen
Mirjam Rüscher

Das ist doch mal ein Zeichen! Was es bisher noch nie gab, was 2008 scheiterte, könnte dieses Mal tatsächlich klappen: Ein gemeinsamer Bürgermeister-Kandidat der beiden großen Parteien.

Mit SPD und CDU hinter sich wäre Urte Steinberg ein echtes Schwergewicht im Wahlkampf um den Posten des Verwaltungschefs. Mit der politischen Mehrheit im Rücken könnte sie einen Großteil der Bevölkerung ansprechen. Steinberg hat Erfahrung in verschiedenen Bereichen, vor allem bei den Themen Finanzen und Verwaltungsstrukturen. Das ist wichtig in der Pleitestadt Pinneberg. Dazu ist sie gut vernetzt, hat Kontakte in der Wirtschaft, Politik, in Vereinen und Verbänden. Und: Sie strotzt vor Optimismus. Diese Frau ist auf jeden Fall wählbar.

Es bleibt zu hoffen, dass die Mitglieder der Parteien dem Votum ihrer Vorstände folgen. Denn wenn sie es nicht tun, war die Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten wieder erfolglos.

 

Erscheinen im Pinneberger Tageblatt am 20.08.2012