CDU sagt laut Ja zu Urte Steinberg

 
Mini-Parteitag im VfL-Heim: Christdemokraten legen sich auf parteilose Kandidatin fest / Jetzt schauen alle auf die SPD

 

 

Foto: Andreas Daebeler

PINNEBERG. Gestern Abend, 18.30 Uhr: Volles Haus im VfL-Heim. Die CDU hat eingeladen. Zum mit Spannung erwarteten Mini-Parteitag. Die Mitglieder sollen entscheiden, wen die Union im Pinneberger Bürgermeisterwahlkampf unterstützt. Anderthalb Stunden später ist klar: die parteilose Bankerin Urte Steinberg hat den Zuschlag. Von 45 Stimmberechtigten haben 38 für sie votiert. Vier Gegenstimmen sind zu verzeichnen. Spontane Kampfkandidaturen - Fehlanzeige.

Zuvor hatte Steinberg sich mit den Worten "Mein Herz schlägt für Pinneberg" vorgestellt. Sie verfüge über die nötige Lebenserfahrung, kenne sich mit Finanzen aus und habe in ihrem Job mit Imagepflege zu tun gehabt. Die Förderung des Mittelstands und des Ehrenamts lägen ihr besonders am Herzen.

"Sie haben uns überzeugt", so CDU-Chefin Natalina Boenigk nach der Nominierung. "Wir wollen Sie als Bürgermeisterin." Steinberg wirkte nach der Wahl erleichtert: "Vielen Dank für ihr Vertrauen, ich freue mich, die Pinneberger CDU im Rücken zu haben."

Urte Steinberg erblickte am 9. Oktober 1958 in Pinneberg das Licht der Welt. Ihr Abi erwarb sie an der Theodor-Heuss-Schule. Die 53-Jährige ist geschieden und hat zwei erwachsene Kinder. Seit 35 Jahren arbeitet sie bei der Sparkasse Südholstein - unter anderem im Controlling und als Referatsleiterin Unternehmenskommunikation. Viele kennen sie als Geschäftsführerin der Stiftung der Sparkasse.

Am Montagabend wird sich entscheiden, ob die parteilose Steinberg auch die Zustimmung der SPD bekommt. Bei den Genossen kommt es auf jeden Fall zu einem Showdown: Mit Karsten Rahlf hat ein waschechter Sozialdemokrat seinen Hut in den Ring geworfen. Der SPD-Vorstand hatte sich trotz Rahlfs Bewerbung auf Steinberg festgelegt - um die CDU ins Boot zu bekommen.

Pinneberg wählt am 11. November 2012. Eine mögliche Stichwahl ist für den 9. Dezember geplant. In dem Kandidaten-Karussellherrscht derzeit Gedränge: Der 47-jährige Pinneberger Alexander Kroh, Vorsitzender des Pinneberger Motorbootclubs, will als freier Bewerber ins Rennen gehen. - Passage entfernt - Kulturamtschefin Traudchen Perrefort (59) hat sich bei den Parteien vorgestellt, wird jedoch voraussichtlich ohne Unterstützer aus der Politik in den Wahlkampf ziehen. Die Juristin Meike Oltmanns-Hase (44) hingegen kann sich auf die Hilfe von FDP und Bürgernahen freuen.

Gut möglich, dass es im Kandidaten-Karussell noch enger wird: Erst am 24. September ist Bewerbungsschluss.

 

Andreas Daebeler

Erschienen im Pinneberger Tageblatt am 25.08.2012