Ich gehe auf Menschen zu

Portrait von Urte Steinberg

„Ich gehe auf Menschen zu“
Ortstermin in der Feuerwache: Die Bankerin Urte Steinberg (53) will Bürgermeisterin der Kreisstadt Pinneberg werden

Pinneberg

Es nieselt. Urte Steinberg wartet schon. Unter dem Vordach der Pinneberger Feuerwache. Wir treffen die 53-Jährige an ihrem ganz persönlichen Lieblingsplatz. Einem Ort, der wie kaum ein anderer fürs Ehrenamt steht. Für bedingungslosen Einsatz. Bei Wind und Wetter. „Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit der Kameraden“, sagt Steinberg. „Darum bin ich gern hier.“

Der Wachhabende öffnet. Ein paar Treppen, dann sitzen wir oben. Schauen auf die Friedrich-Ebert-Straße. Urte Steinberg, die am 11. November Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt werden will, blickt zurück. Auf ihre Zeit am Heuss-Gymnasium, die anschließende Lehre bei der Sparkasse. Die Weiterbildung zur Betriebswirtin. Und auf die Geburt ihrer beiden Kinder Axel und Leena. Die Tochter helfe derzeit im Wahlkampf: „Sie hat eine Facebook-Gruppe für mich eingerichtet“, sagt sie.

Im Gespräch wirkt Urte Steinberg locker. Geradezu entspannt. Sie lacht viel. Gestikuliert. Gibt auch mal Persönliches preis. Ihre 86-jährige Mutter sei „total stolz“ auf ihre Kandidatur. „Sie lebt noch immer in meinem Elternhaus an der Feldstraße.“

Dann erzählt die 53-Jährige. Von ihrer Motivation. Von einem Pinneberg, das „zu viel Potenzial verschenkt“. Von einer Stadt, in der zu oft gemeckert wird. „Ich bin stolz, Pinnebergerin zu sein.“ Gründe gebe es genug. Steinberg spricht von einer Stadt mit viel Kultur. Im Grünen. Und mit einer erstklassigen Anbindung an die Metropole Hamburg. Was sie befähigt, eine Verwaltung mit etwa 300  Mitarbeitern zu leiten? „Ich habe bei der Sparkasse 23 Jahre lang Führungserfahrung sammeln können“, sagt Steinberg, die seit 1999 quasi das Gesicht der Sparkassen-Stiftung ist.

Urte Steinberg ist gemeinsame Kandidatin von CDU und SPD. Deren Mitglied war sie nie. Die Bankerin bezeichnet sich als „allparteilich“. Sie sei schlichtweg „politisch interessiert“. Geht’s ums Ehrenamt, hat die Quellentalerin einiges vorzuweisen. Sie sitzt im Vorstand der Stiftung Landdrostei. Und ist Mitglied des Bürgervereins Waldenau-Datum. In ihrer Freizeit besucht Steinberg gern Ausstellungen und Konzerte. Wenn sie Zeit findet, joggt sie im Klövensteen. Beim VfL Pinneberg erinnert man sich an eine begabte Basketballerin. „Ich habe Regionalliga gespielt.“ Den Urlaub verbringt sie am liebsten am Meer.

Nach ihrem Wahlziel für den 11. November befragt, zögert Urte Steinberg keine Sekunde: „51 Prozent.“ Sie sei optimistisch. „Ich komme aus der Wirtschaft, fühle mich gut vernetzt.“ Als Bürgermeisterin werde sie „Impulse geben“ und die Rolle einer Dienstleisterin übernehmen. „Ich will Verwaltungsvorlagen so aufbereiten, dass die Politik damit vernünftig arbeiten kann.“ Wir stehen wieder auf dem Hof. Es nieselt noch immer. Ein Vorgeschmack auf weitere zwei Wochen Straßenwahlkampf im Herbst. Steinberg will möglichst viele Pinneberger ansprechen: „Ich gehe auf Menschen zu. Das bin ich.“

Andreas Daebeler
Erschienen im Pinneberger Tageblatt am 31.10.2012