98,43 Prozent für Ole Schröder

Ole Schröder: „Ich
bin überwältigt“
Nominierung: 98,43 Prozent stimmen für CDU-Bundestagsabgeordneten

 

Pinneberg

Eigentlich wollte CDU-Landesparteichef Jost de Jager bei der Nominierung des Bundestagsabgeordneten Ole Schröder zum CDU-Bundestagskandidaten für den Kreis Pinneberg nur ein Grußwort sprechen. Doch seine Parteifreunde übertrugen ihm kurzerhand den Posten des Versammlungsleiters. Und so war es de Jager, der Freitagabend ein „sensationelles Ergebnis“ verkünden konnte. 188 von 191 Christdemokraten, die an diesem Abend ins Pinneberger „Cap Polonio“ gekommen waren, hatte für Schröder gestimmt. Drei Parteimitglieder votierten mit Nein. Damit konnte der 41 Jahre alte Familienvater sein Ergebnis (98 Prozent) der Nominierung im Jahr 2008 noch einmal toppen: 98,43 Prozent.

„Ich bin überwältigt“, sagte Schröder, nachdem er Glückwünsche unter anderem von seiner Frau, Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, und Professor Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags und Chef der Elmshorner Köllnflockenwerke, entgegengenommen hatte.

Zuvor hatte Schröder die aus seiner Sicht wichtigsten Aktivitäten der Bundespolitik der vergangenen drei Jahre gestreift. So hob er die Installierung der Schuldenbremse in die Verfassung als eine der wichtigsten Zukunftsentscheidungen der CDU-FDP-Koalition hervor und erklärte, dass es eine Vergemeinschaftung von Schulden europäischer Pleitestaaten mit der Union nicht geben werde.

Eine deutliche Absage erteilte der Staatssekretär, der im Bundesinnenministerium für die rund 40 000 Bundespolizisten zuständig ist, radikalen Kräften: Die Regeln in Deutschland gebe einzig und allein das Grundgesetz vor und nicht „radikale Salafisten“, sagte er. Nach wie vor stellten radikale Islamisten die größte Gefahr für die innere Sicherheit dar.

Er begrüßte es, dass es in der laufenden Legislaturperiode gelungen sei, Angriffe auf Polizisten unter schärfere Strafen zu stellen. So etwas wie jüngst die Ausschreitungen bei einem Kurdenfest in Mannheim, als Polizisten gezielt mit Flaschen und Eisenstange angegriffen und 80 von ihnen verletzt worden seien „dürfen wir nicht zulassen“ , sagte er unter großem Beifall .

Schröder, der auch Kreisvorsitzender der CDU ist, stimmte seine Parteifreunde zum Schluss seiner Rede nicht nur auf die Bundestagswahl im Herbst, sondern auch auf die Kommunalwahl („die Keimzelle all unserer Politik“) im Frühjahr ein. Die Bundesregierung habe mit der Übernahme der Grundsicherung die Kommunen stark entlastet, den Kreis Pinneberg allein in diesem Jahr um sieben Millionen Euro: „Das ist historisch, das gab es noch nie“, sagte er.
CDU-Landesparteichef de Jager machte deutlich, wo seiner Ansicht nach auch in der kommenden Legislaturperiode Schröders Platz in Berlin ist: „Es ist wichtig, dass Ole Schröder Vorsitzender der Landesgruppe und Staatssekretär bleibt.“
Bernd Amsberg

Erschienen im Pinneberger Tageblatt am 1. Oktober 2012