Klaus Seyfert zum Ehrenstadtrat ernannt

14. September 2020

Hohe Ehre für unseren ehemaligen ersten Stadtrat Klaus Seyfert.

Als erster Pinneberger Bürger wurde er in der letzten Woche von der Ratsversammlung zum Ehrenstadt ernannt.

Im Anhang die Rede unserer Bürgervorstehering Natalina di Racca zu diesem besonderen Ereignis:

 

liebe Familie Seyfert,

liebe Ratsmitglieder,

liebe Urte und liebe Mitarbeiter der Verwaltung,

liebe Gäste,

 

aber vor allem: Lieber Stadtrat a.D.

Lieber Ehrenstadtrat

Lieber Klaus,

ich finde es toll, dass Hauptausschuss und Ratsversammlung im Juni auf den Weg gebracht haben, dass wir Personen, die sich besonders um die Stadt Pinneberg verdient gemacht haben, Ehrenbürgerrechte und Ehrenbezeichnungen verleihen können.

Und wer, wenn nicht Du, wäre besser geeignet, den Reigen an Ehrenbürgern der Stadt Pinneberg zu eröffnen!

Der Hauptausschuss hat am 4. August dich dafür empfohlen und wir haben das eben gerade in der Ratsversammlung bestätigt.

Du lieber Klaus, bist Kommunalpolitiker aus vollem Herzen, das sieht man, wenn man sich Deine Vita anschaut. Seit 1986 machst Du ehrenamtlich Kommunalpolitik, die ersten 8 Jahre als bürgerliches Mitglied, seit 1994, also seit gut 26 Jahren, bist Du Ratsherr in Deiner Stadt.

Pinneberg ist seit Jahrzehnten Deine Heimat, hier wohnst Du mit Deiner Familie, hier hast Du als Leiter des Pinneberger Reviers gearbeitet und hier engagierst Du dich politisch seit fast 35Jahren. Und auch wenn Du im Ausschuss für Sport und Jugend gestartet bist, war Deine große Leidenschaft der Ausschuss Stadtentwicklung, dem Du seit  Anbeginn  Deiner ehrenamtlichen Karriere angehörst. 4 Jahre davon als Vorsitzender.

Das allein wäre schon lang genug, Dich zum Ehrenbürger zu ernennen, aber dann könntest Du heute keine Politik mehr machen, denn unsere Satzung sagt ausdrücklich „gewesen sind“.

Aber Du hast eine zweite große Leidenschaft, das Amt des ehrenamtlichen Stadtrates. Geübt hast Du schon, von 1998-2003 warst Du 2. stellv. Bürgermeister und dann wurdest Du am 03. April 2003 1. Stadtrat und bist es geblieben bis zum  26. 09. 2019. 

Wie habe ich Dich, und mit mir viele andere hier in dieser Runde, als Mensch wahrgenommen? Du bist, seit ich dich kenne, ein Mensch mit Prinzipien-im positiven Sinne- ,mit Werten, die Dir wichtig sind und die Du auch kommunizierst, ein Mensch, der gern das sagt, was er denkt, und dabei nicht nur auf den Bauch, sondern auch auf den gesunden Menschenverstand hört; Du hast aus deinem Herzen nie eine  Mördergrube gemacht, warst immer mit dem Ohr und Herz bei Deinen Pinneberger Bürgern und bist immer authentisch geblieben.

Ich kenne Dich zwar schon seit 23 Jahren, aber hier stehen politische Mitstreiter, die Dich länger kennen, und ich gehe davon aus, dass auch sie Dich so erlebt haben.

Was macht ein ehrenamtlicher 1. Stadtrat: Er vertritt den/die Bürgermeister*in bei Krankheit, Urlaub und führt in dieser Zeit die Amtsgeschäfte. Das hast du gern und mit Freude und Engagement gemacht und Du konntest das auch: schließlich hattest Du bei der Polizei auch die Diplomprüfung zum Verwaltungsfachwirt gemacht. So weit – so gut.

Das, was Dich zu einem 1. Stadtrat der ganz besonderen Art macht, war auch eine Herausforderung der besonderen Art: die damalige Bürgermeisterin Kerstin Alheit wurde als Ministerin nach Kiel berufen und du wurdest als Ehrenamtler im Juni 2012 unser Feuerwehrbürgermeister. Mit 74 Jahren wurde Dein Leben – und das Deiner Frau Inge – von heute auf morgen auf den Kopf gestellt. Ihr sagtet Euren Urlaub an und du stelltest Dich an die Spitze der Pinneberger Verwaltung, wurdest Bürgermeister von 42.000 Pinnebergern und Chef von mehr als 300 MA. Und das gute  7 Monate lang, bis zum 10. Januar 2013!

Das, was Dich als Mensch ausgezeichnet hat, hat Dich auch als 1. Stadtrat ausgemacht und hat Dich auch diese besonderen 7 Monate begleitet. Deine  Persönlichkeit und Deine Authentizität hat Deine  „Amtszeit“ geprägt und auch bei den Pinneberger Bürgern allerhöchste Anerkennung gefunden. Noch heute bist Du allein dafür ein hochgeachteter Mann bei vielen Pinneberger*innen.

Woran erinnere ich mich: Daran, dass Du pragmatisch und lösungsorientiert die Anfrage der Familie Stacklies aus August  zur Einrichtung eines 4-wöchigen Weihnachtsmarktes im Dezember des gleichen Jahres hast Wirklichkeit werden lassen.

Daran, dass die Stadt Pinneberg das Gelände der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne selbst erworben hat, um nicht nur die Planungshoheit gehabt zu haben, sondern auch selbst die Grundstücke zu verkaufen. Bei der finanziellen Situation kein Kinderspiel. Daran, dass wir beide gemeinsam nach Kiel gefahren sind, um im Innenministerium unsere Unterschriften unter den Vertrag zum „Rettungsschirm“ zu setzen. Und daran, dass Du Fahrradständer, die im Keller des Rathauses gesehen hattest, in einer „jetzt sofort-Aktion“ am Bahnhof hast aufstellen lassen, weil dir die katastrophale Situation für Fahrradfahrer am Bahnhof mal wieder ein Dorn im Auge war. Und das alles neben dem gang normalen alltäglichen Wahnsinn im Leben eines Bürgermeister.

Für diese 7 Monate bist zu Recht noch im Dezember von den Kreis-Pinnebergern zum Mensch des Jahres 2012 gewählt worden. Und das nicht nur, weil Du diese schwere Aufgabe des „Feuerwehr-Bürgermeisters“ übernommen hast, sondern, weil Du das Amt eben auf Deine eigene Art ausgeübt hast: anpackend, bürgerfreundlich und authentisch. 2014 hast Du noch die Freiherr-vom-Stein-Medaille bekommen.

Nachdem Du am 10. Januar die Amtsgeschäfte der neuen Bürgermeistern Urte Steinberg übergeben konntest, wurde Dein Leben wieder etwas ruhiger und auch Deine Frau Inge hatte Dich wieder. Bis zum 26. September 2019 hast Du Deine Aufgabe als 1. Stadtrat pflichtbewusst wie immer wahrgenommen. Erst mit der Entscheidung der Politik, bei wachsenden Aufgaben und komplexeren Verfahren in der Verwaltung einen hauptamtlichen 1. Stadtrat zu installieren, konntest du in den wohlverdienten Ruhestand des ehrenamtl. 1. Stadtrates gehen. Sicherlich hast Du das mit einem lachenden und einem weinenden Auge getan. Mit 81 Jahren kürzer zu treten ist sicherlich auch angenehm – einn immer mit Freude gelebtes Engagement aufzugeben schmerzt aber auch.

Und so bist Du ab heute unser Ehrenbürger und Ehrenstadtrat.

Dir, liebe Inge, und auch Euren Kindern und Enkeln, danke ich für Deine und Eure Geduld und Verständnis, dass Politik im Leben Deines Mannes, Eures Vaters und Großvaters immer einen großen Raum eingenommen hat.

Im Namen aller Pinneberger Bürgerinnen und Bürger, von denen viele  heute bestimmt hier wären, hätten wir nicht die besonderen coronabedingten Umstände,  die einen großen Festakt momentan nicht zulassen, danke ich Dir  von ganzem Herzen für dein langjähriges und besonderes Engagement für unserer Stadt und uns Pinnebergerinnen und Pinneberger!

Die Geschichte braucht mehr Menschen, die etwas tun, als Leute, die vorschlagen, was getan werden könnte.

(Karl Capek, tschech. Schriftsteller und Jornalist)

Danke Dir, lieber Klaus,  für Dein Tun und Dein Wirken!

 

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